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05.04.2010
Pränatale Diagnostik: Gesundheitscheck für Babys im Mutterleib
„Hauptsache, mein Baby ist gesund“ lautet der wohl wichtigste Wunsch aller werdenden Eltern. Mit Hilfe der modernen Medizin kann das Ungeborene bereits im Mutterleib untersucht werden. Eltern sollten genau überlegen, welche dieser Untersuchungen sie durchführen lassen wollen.
Sie sind schwanger und gehen regelmässig zur Schwangerschaftsvorsorge? Dann werden Sie vermutlich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt irgendwann einmal den Begriff „pränatale Diagnostik“ hören. Damit sind spezielle Untersuchungen gemeint, mit denen man nach Entwicklungsstörungen, erblich bedingten Erkrankungen und Fehlbildungen beim Ungeborenen sucht. Ob Sie diese zusätzlichen Untersuchungen machen lassen oder nicht, müssen Sie und Ihr Partner letztendlich selbst entscheiden. Um die für Sie richtige Entscheidung treffen zu können, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld gut über die einzelnen Verfahren zu informieren.
Methoden der pränatalen Diagnostik
Bei der vorgeburtlichen Diagnostik unterscheidet man zwischen nicht-invasiven und invasiven Verfahren. Nicht-invasive Verfahren sind für Mutter und Kind ungefährlich. Dazu gehören spezielle Ultraschall- und Blutuntersuchungen (Ersttrimester-Test), die zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Computerprogramms werden die Ergebnisse dieser Tests mit dem Alter der Schwangeren verrechnet. Ihr Arzt kann Ihnen dann sagen, wie hoch das Risiko ist, dass Ihr Kind eine Veränderung des Erbguts hat wie zum Beispiel eine Trisomie 21 (Down-Syndrom). Ist die Wahrscheinlichkeit für ein behindertes Kind hoch, muss dieses Ergebnis allerdings durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Dies geschieht mit einer invasiven Untersuchungsmethode wie der Chorionzottenbiopsie (ab der 11. SSW) oder der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese, zwischen der 15. und der 20. SSW). Mit diesen Verfahren können Fehlentwicklungen im Erbgut des Kindes und Missbildungen wie zum Beispiel ein offener Rücken festgestellt werden. Es besteht jedoch ein gewisses Risiko für Komplikationen wie eine Fehlgeburt oder Blutungen, da bei beiden Verfahren eine Nadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Gebärmutter eingeführt wird, um Zellen des Kindes zu gewinnen.
Ohne Beratung geht es nicht
Ob eine pränatale Diagnostik für Sie sinnvoll ist, kann man nur im Einzelfall entscheiden. Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt oder einer speziellen Beratungsstelle für Schwangere beraten. Meist werden die vorgeburtlichen Untersuchungen für sogenannte Risikoschwangere empfohlen. Dazu gehören vor allem:
Frauen, die älter als 35 Jahre sind. Das Risiko, ein Kind mit Fehlbildungen zu bekommen, ist bei zunehmendem Alter leicht erhöht.
Schwangere, in deren Familie es Erbkrankheiten gibt.
Frauen, die bereits eine Fehlgeburt hatten oder die schon ein Kind mit einer Behinderung oder einer angeborenen Erkrankung haben.
Schwangere, bei denen das Risiko besteht, dass das Kind durch äussere Einflüsse geschädigt worden sein könnte, wie zum Beispiel durch eine Rötelnerkrankung oder durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch.
Das sollten Sie bedenken
Bevor Sie sich für eine pränatale Diagnostik entscheiden, sollten Sie sich mit einigen Fragestellungen auseinandersetzen:
Vorgeburtliche Untersuchungen liefern nicht immer eindeutige Ergebnisse. Dann können Folgeuntersuchungen notwendig werden. Sind Sie bereit, die damit verbundenen Unsicherheiten und Risiken in Kauf zu nehmen?
Trotz aller Fortschritte in der vorgeburtlichen Diagnostik gibt es keine hundertprozentige Garantie für ein gesundes Kind. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.
Was geschieht, wenn bei Ihrem Kind eine Behinderung oder Erkrankung festgestellt wird? Würden Sie dann einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen? Oder würden Sie Ihr Baby trotzdem bekommen wollen? Meist liegen die Ergebnisse der pränatalen Diagnostik erst nach der 12. SSW vor. Bei solch einem späten Schwangerschaftsabbruch handelt es sich in der Regel um eine eingeleitete Geburt, die eine enorme Belastung für die Eltern sein kann.
Wenn eine pränatale Diagnostik ein negatives Untersuchungsergebnis liefert, sollten Sie keine vorschnelle Entscheidung treffen. Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken und holen Sie sich so viel Hilfe und Beratung wie nötig.
Weitere Informationen
www.praenatal-diagnostik.ch
Website des Vereins „Ganzheitliche Beratung und kritische Information zu pränataler Diagnostik".
www.appella.ch
Appella ist ein unabhängiger Verein, der eine Telefon- und Online-Beratung rund um das Thema Schwangerschaft anbietet.
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